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Nicolás Brochhagen, M.A.



Skizze des Promotionsprojekts: Die doctrina de indios als Kommunikationsraum einer kolonialen Kontaktzone: Religion und Medialität im ländlichen Andenraum (Charcas, 17.-18. Jahrhundert)

Untersuchungsraum des Promotionsvorhabens ist das ländliche Andenhochland in der Audiencia de Charcas – der Provinz des Vizekönigreich Perús, die heute weitgehend Bolivien umfasst – im 17. und 18. Jahrhundert. Gefragt wird, inwieweit eine durch katholische Reform geprägte Religiosität durch Konfrontation mit nicht-christlichen Glaubensvorstellungen und -praktiken über Konfessionsgrenzen hinaus neu konfiguriert wurde, insbesondere ob ihre mediale Umsetzung im außereuropäischen Kontext einer kolonialen Kontaktzone auch Aspekte von Transkonfessionalität beinhaltete. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass katholisch-konfessionelle Vorgaben prozesshaft und interaktiv im Rahmen spezifischer Formen von Medialität lokal adaptiert und ausgehandelt wurden. Fokussiert wird das hybride Gebilde der doctrinas de indios, also Bezirke religiöser Unterweisung und kirchlich-kolonialer Verwaltung der indigenen Bevölkerung, die als kommunikative Räume transkultureller Vermittlung und Transformation nachtridentinischer Katholizität analysiert werden. Zentrale Quellengrundlage stellen kirchliche Visitationsakten dar, die im Zuge von regelmäßigen Inspektionen andiner Ortschaften im untersuchten Zeitraum erstellt wurden.